Heinz Rebellius

Heinz Rebellius (Foto: Wolfgang Weßling)
Heinz Rebellius (Foto: © 2014 Wolfgang Weßling)


Heinz Rebellius
*1954 in Kyllburg
lebt und arbeitet in Osnabrück
Website: www.heinzrebellius.de

I am black and you are white, let’s kill each other. I drive a car and you ride a bike, let’s kill each other“ (aus dem Song „Let’s kill each other“ von Cliff Barnes and the Fear of Winning/Text: Robert Giddens)

Heinz Rebellius ist ein Tausendsassa, der zahllose berufliche und musikalische Felder beackert hat. Geboren in der Eifel, zog es ihn ab 1974 nach Berlin, um Landschaftsplanung zu studieren. 1979 schlug er seine Zelte in Cloppenburg auf und wurde Profimusiker in verschiedenen Top-40-Bands. Ab 1985 war er beruflich zweigleisig aktiv: Zum einen als Musiker in Bands wie Surplus Stock, Cliff Barnes and the Fear of Winning, Illegal Artists, Artland Country Club, Das Blaue Palais sowie Sigrid & Heinz Rebellius. Zum anderen arbeitete er als Journalist und Autor. Rebellius leitete die Verlagsabteilung des Musikalienhändlers Musik Produktiv, war Gründer und Chefredakteur des Musikermagazins SOLO, Herausgeber von Akustik Gitarre, freier Autor für das Fachblatt sowie Redakteur von „Gitarre & Bass”. Er verfasste das Fachbuch „E-Gitarren – Alles über Konstruktion und Materialien“ und war Herausgeber von “On the Road Again”, einem Anekdotenbuch von Todor Toscho Todorovic (Blues Company).

1986 gründete er mit Robert „Tijuana“ Giddens und Gisbert Wegener die Band „Cliff Barnes and the Fear of Winning“. So ungewöhnlich wie der Bandname war auch die Geschichte, die sich die Gründer einfallen ließen. Sie beschrieben sich als amerikanische Band, die aufgrund ihrer US-kritischen Texte ins Exil nach Deutschland gegangen ist, um dort Platten aufnehmen zu können. Rebellius gab sich für diese Zwecke den Künstlernamen „Big Dog“ Doug LaTrine. Mit diesem selbsterdachten Mythos machte die Band bereits Furore, bevor sie einen einzigen Song aufgenommen hatten. Den Musikstil bezeichnete die Band selbst als „Alternative Country“ und hatte mit „Nancy and Ronnie“ einen ersten Erfolg. Die Band löste sich 1992 auf, feierte aber zwei Reunions in 2001 und 2014.

Anfang der 2000er Jahre machte Rebellius eine Ausbildung in der KlangMassage-Therapie nach Peter Hess, 2005 absolvierte er die Ausbildung als staatlich geprüfter Heilpraktiker für Psychotherapie.

Nur Gitarren in die Hand zu nehmen war ihm zu wenig, folgerichtig heuerte er 2017 bei dem Gitarrenhersteller Duesenberg Guitars in Hannover an, arbeitete dort im Sales & Marketing und war für die Artist Relations zuständig. Duesenberg produziert speziell gestylte Gitarren, die weltweit von diversen Stargitarristen gespielt werden. Dazu gehören Musiker wie Ron Wood (Rolling Stones), Bob Dylan, Mike Campbell (Tom Petty & the Heartbreakers), Johnny Depp und Joe Walsh (Eagles).

Auch musikalisch ging es weiter: 2016 brachten Cliff Barnes and the Fear of Winning das Album „World2Hot“ heraus – so klimaschonend wie möglich. Dafür kamen im Studio eine Photovoltaik-Anlage und ein Pedal-Power-System (per Fahrradantrieb) zum Einsatz, das den Strom selbst erzeugte. Abgemischt wurde das Album in einem Studio, das eine Wasserturbine zur Stromerzeugung einsetzte. Mit diesem Album und dem Pedal-Power-System reiste die Band zur EXPO 2017 nach Astana/Kasachstan, um dort für den deutschen Pavillon Co2-neutral ihre Musik zu spielen. 2019 betrat er mit ersten Soloauftritten erneut musikalisches Neuland.

(Text: Jürgen Rasch/Mai 2021)