Klaus-Peter Wolf

Klaus-Peter Wolf (Foto: Wolfgang Weßling)
Klaus-Peter Wolf (Foto: © 2020 Wolfgang Weßling)


Krimiautor macht Ostfriesland weltberühmt

Für viel Aufwind in der Bücherbranche sorgen Krimis mit regionalem Charakter schon seit mehreren Jahren. Der zur Zeit wohl erfolgreichste Autor dieses Genres ist Klaus-Peter Wolf, der schon auf mehr als 13 Millionen verkaufte Exemplare seines Werkes zurückschauen kann, übersetzt in 24 Sprachen. Im Jahr 2020 erschien mit „Ostfriesenhölle“ der 14. Band. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang jedenfalls auch, dass seine Bücher es bereits zum 11. Mal geschafft haben, von 0 auf 1 in die Spiegel-Bestsellerliste einzusteigen. Ein Erfolg, der laut Christian von Zittwitz, Herausgeber der Fachzeitschrift „BuchMarkt“, bisher einmalig in der Branche ist.

Meine erste und eher indirekte Begegnung mit Klaus-Peter Wolf hatte ich durch den Erstling der Ostfriesenkrimi-Reihe, „Ostfriesenkiller“, den ich von der ehemaligen Nordhorner Buchhändlerin Viola Taube als Rezensionsexemplar für ihr Literaturfest im Kloster Frenswegen bekam. Nach langer Zeit hatte ich, der ich nicht so ein großer Fan dieses Genres bin, mal wieder einen Krimi in der Hand und ließ mich überraschen. Positiv. Der erfahrene Drehbuchschreiber Wolf, der schon für einige Tatort- und Polizeiruf 110-Folgen verantwortlich zeichnete, kennt einfach die Tricks und Kniffs, die es braucht, um eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Einmal angefangen, las ich das Buch in einem Stück durch.

Die Bedeutung, die die Ostfriesenkrimi-Reihe noch erlangen sollte, wurde mir aber erst später bewusst. Durch Kontakt zu einem Nordhorner, der mit Klaus-Peter Wolf befreundet ist, hatte ich Gelegenheit, eine seiner Lesungen in Achim bei Bremen zu besuchen. Ort der Veranstaltung war die dortige St.-Laurentius-Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Was dann folgte, war mehr als nur eine Lesung. Geistreich und witzig erzählte Wolf, was er rund um die Ostfriesenkrimis schon alles erlebt hat, und das Publikum hing ihm an den Lippen. Ganz deutlich zeigte sich, dass hier jemand die große Bühne liebt und sie auch zu bespielen weiß. Musikalisch umrahmt wurde die abendfüllende Veranstaltung durch Bettina Goeschl, Frau von Klaus-Peter Wolf und selber erfolgreiche Autorin und Musikerin. Inzwischen können beide auf ungezählte Leseabende mit zum Teil über 1000 Besuchern zurückblicken.

Fans von Klaus-Peter Wolf können sich übrigens schon auf weitere Bücher und Verfilmungen freuen. Wie in den letzten Jahren sind drei Romane (zwei für Erwachsene und einer für Kinder) in Planung. Mit großem Erfolg laufen auch die Verfilmungen der Romane im ZDF. Nachdem zuerst Christiane Paul die Rolle der Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen gespielt hat, begibt sich seit 2020 Julia Jentsch auf Mördersuche. Im März 2021 ist sie in „Ostfriesenangst“ zu sehen.

Wer mit dem Werk von Klaus-Peter Wolf vertraut ist, weiß natürlich, dass die Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen mit der Frage ringt, ob ihr Vater, der ebenfalls Polizist war und bei einem Einsatz ums Leben kam, einer von den „guten“ oder „bösen Jungs“ war, denn es gab Gerüchte. Aufklärung darüber verspricht eine weitere Verfilmung unter dem Titel „Ostfriesensühne“. Er nimmt einen Handlungsfaden aus dem schon erschienenen Roman „Ostfriesensünde“ auf. Die Dreharbeiten sind für Anfang dieses Jahres geplant.

Trotz dieser vielen Pläne vermisst Klaus-Peter Wolf ebenso wie seine Frau Bettina (Beide sind oft gemeinsam auf der Bühne) die Auftritte vor Publikum, die corona-bedingt nicht stattfinden konnten. „Allein im letzten Jahr mussten wir über 60 Veranstaltungen absagen. Der große Zuspruch zu dem, was wir tun, fehlt uns sehr“, berichtet er. Da bleibt wohl nur die Hoffnung auf einen erfolgreichen Verlauf der Impfung.

(Text: Andreas Meistermann/Stand: Januar 2021)