Malte Sonnenfeld

Malte Sonnenfeld (Foto: Wolfgang Weßling)
Malte Sonnenfeld (Foto: © 2016 Wolfgang Weßling)



Malte Sonnenfeld (bürgerlich: Michael Koslar)
*1967 in Köln
lebt und arbeitet in Unkel
Website: www.maltesonnenfeld.de

„ …und viel kreativität“

Ein Atelierbesuch im rheinischen Unkel, der offensichtlich nicht im Sinne des 2019 amtierenden Wettergottes war: Donnergrollen, Blitze sowie regnende Ströme säumten den Weg. Dem göttlichen Treiben zum Trotz dennoch angekommen und beim Anblick der Bilder sofort heimisch gefühlt. (Die Person Malte Sonnenfeld unterstützt dies übrigens kongenial.) Eine Bildsprache, die mit bekannten popkulturellen Memen arbeitet, zumeist in originelle bildnerische Kontexte gestellt und sinnstiftende und -entstellende Wort und Satzgebilde umfasst. Hier tummeln sich Willy Brandt, Kurt Georg Kiesinger, Goethe, Max und Moritz, Herr Rossi, Uncle Sam, Super Mario, Superman, Salvador Dali und viele(s) mehr in unterschiedlich collagierten Umfeldern.

Eine erste Schublade:

Neo Pop-Art; bunte, comichafte Bildlandschaften, die zwischen den Zeilen und abgebildeten Elementen Sinn stiften, der sich oft erst dem zweiten oder dritten Blick darbietet. Eine wunderbar gelungene Inanspruchnahme von ästhetischem und intellektuellem Sinn. In Anlehnung an die berühmte elfte Feuerbachthese von Karl Marx ließe sich von außen betrachtet folgendes Motto den Arbeiten Malte Sonnenfelds zur Seite stellen: „Die Künstler haben die Welt nur verschieden dar- und vorgestellt. Es kömmt darauf an, sie zu kommentieren.“

Die zweite Schublade:

In diesen künstlerischen Kommentaren kommen aber keine irrealen oder gar logisch widersprüchlichen Szenerien zum Einsatz. Vielmehr entsprechen sie einfach nur nicht den Erwartungen und Erwartungshaltungen der Betrachtenden. Malte Sonnenfelds Kunst kann daher im besten Sinne des Wortes als „paradoxale Kunst“ bezeichnet werden, denn Paradoxie bezeichnet etymologisch etwas den gewöhnlichen Erwartungen Widersprechendes. Diese Kunst ist weit entfernt von Surrealismus, Symbolismus und von Hinterwelten, wenngleich nicht von Hintergründigem. Vielmehr macht Malte Sonnenfelds Kunst auf Widersprüchliches, Unlogisches aufmerksam oder auch auf Übliches, das nicht üblich sein sollte.

In den Schubladen:

Malte Sonnenfeld heißt mit bürgerlichem Namen Michael Koslar. Unter diesem Namen übt er bereits die wenig bürgerlichen Berufe des Sprechers, Autors und Schauspielers aus. Unter dem Pseudonym Malte Sonnenfeld ist er seit 2010 als bildender Künstler in der Öffentlichkeit sichtbar. Gut für die Öffentlichkeit.

(Der Titel ist an ein Zitat von Malte Sonnenfeld angelehnt, welches auf seiner Website www.maltesonnenfeld.de zu finden ist: „um mit kunst geld zu verdienen braucht man: ideen, kontakte, überzeugungskraft, mäzene, kontakte, mut, nochmals kontakte und eventuell kreativität.“)

(Text: Dr. Thomas Ebers)